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Ausverkauf der Orthopädie

Dr. Hans-Gerd Pieper (Foto: Pieper)
Dr. Hans-Gerd Pieper (Foto: Pieper)

12.01.2010 – BREMEN (BIERMANN) – Beim Fusionsprozess von Orthopädie und Unfallchirurgie sehen sich Orthopäden benachteiligt. Der Streit hat sich vor allem an der berufsgenossenschaftlichen (BG) D-Arzt-Zulassung entzündet. Dr. Hans-Gerd Pieper, Chefarzt des Zentrums für Schulterchirurgie, Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie an der Bremer Rolandklinik, erläutert im Gespräch mit den Orthopädischen Nachrichten, was bei den Verhandlungen über die Fusion der beiden Fächer versäumt wurde.

Der jahrelange Fusionsprozess der beiden Fächer wird von beiden Seiten zwar grundsätzlich begrüßt, bei der Ausgestaltung der neuen, gemeinsamen Disziplin sehen aber vor allem Orthopäden Korrekturbedarf: "Die Orthopäden können mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein", sagte Pieper.

"Seit der Fusion gibt es zwar den Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, die gesamte berufsgenossenschaftliche Versorgung ist jedoch seither an die Zusatzbezeichnung 'Spezielle Unfallchirurgie' gebunden und die haben Orthopäden eben nicht", beschrieb Pieper den Kernpunkt des Streits. Orthopäden, die bereits vor dem Fusionsprozess den Facharzt absolviert haben und nun auf eine Chefarzt-Stelle hoffen, würden bei der Vergabe meist nicht berücksichtigt. "Krankenhausverwaltungen werden gar nicht anders können, als Abteilungen für Orthopädie und Unfallchirurgie chefärztlich mit Unfallchirurgen zu besetzen, um die BG-Zulassung nicht zu verlieren", sagte Pieper.

Seit 2003 ist der gemeinsame Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie beschlossene Sache. Immer mehr Mediziner tragen bereits diese neue Bezeichnung. Auch die Strukturen im Fach haben sich der Entwicklung angepasst: Seit 2008 gibt es die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Unter ihr firmieren die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) sowie die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Kommentare

ach?

13.01.2010 13:17 von Herr Dr. André Benthien

und das merkt Ihr erst jetzt?

Das Sterben hat doch längst begonnen
- die Weiterbildungsinhalte auf zwei Jahre Orthopädie (ich meine richtige Orthopädie) zusammengeschrumpft, war vorher in 5 Jahren zu vermitteln

- Zwangsfusionen mit unfallchirurgischen Abteilungen

- die Wirbelsäulenchirurgie geht zu den Neurochirurgen, die Prothesen und Arthroskopie zu den Unfallchirurgen, der Rest zu den Reha-Ärzten.

Das hat auch was Gutes: in 20 Jahren können junge Habilitanden das ganze orthopädische Wissen "wiederentdecken"

oder können wir vorher noch was dagegen tun?

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