– ULM/AESCH (BIERMANN) – Der zur Merckle-Gruppe gehörende Schweizer Generikahersteller Mepha ist an den US-Konzern Cephalon verkauft worden. Der Kaufpreis betrage 590 Millionen Dollar (rund 424 Millionen Euro), teilten die Unternehmen in Aesch (Schweiz) mit. Die Transaktion soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden, wenn das Kartellamt dem Kauf zugestimmt hat.
Der Alleinerbe der Merckle-Gruppe, Ludwig Merckle, sagte der "Südwest Presse": "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden." Mit Cephalon sei ein starker internationaler Partner gefunden worden, unter dessen Führung Mepha die besten Chancen habe, den Wachstumskurs fortzusetzen.
Der Schweizer Hersteller von Nachahmermedikamenten hatte bis Anfang des vergangenen Jahres noch zur Ratiopharm-Gruppe gehört, wurde dann aber auf Druck der Banken ausgegliedert. Die Verkaufsprozesse von Ratiopharm und Mepha seien daher unabhängig voneinander, sagte Merckle der Zeitung. Für Ratiopharm sollen noch Bieter wie der israelische Weltmarktführer für Nachahmerprodukte, Teva, der französische Pharmariese Sanofi Aventis und die schwedische Investorengruppe EQT im Rennen sein.
Die Mepha-Gruppe erzielte 2009 einen Umsatz von 400 Millionen Schweizer Franken (272 Millionen Euro). Neben Generika stellt Mepha auch Originalpräparate zur Behandlung von Malaria her. Das Unternehmen führt auch Orthopädika in seinem Sortiment - etwa Osteoporosepräparate. Weltweit arbeiten für das Unternehmen rund 1000 Menschen. Das biopharmazeutische Unternehmen Cephalon kam 2008 mit rund 3000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 1,94 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro).
"Durch die Übernahme von Mepha wird sich unser Geschäft über Nacht verändern, da wir dann globale Märkte rentabler beliefern und in zahlreichen neuen Gebieten erstmals Patienten erreichen können", teilte Cephalon-Vorstandschef Frank Baldino mit. Nach der Übernahme beliefere das Unternehmen alle drei Arten von pharmazeutischen
Märkten: Markenarzneimittel, Generika und Markengenerika. Cephalon will die Marke Mepha beibehalten und weiter entwickeln. Derzeit würden mögliche Investitionen in den Standort Aesch geprüft.
(dpa)
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